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Biodiversität

Entsiegelt und begrünt

Nach Angaben von Vogelexperten brüteten im Herbst 2025 rund 20 Vogelarten in der HafenCity, vom Austernfischer bis zum Hausrotschwanz. In Wildblumenwiesen und Blühstreifen ließen sich Heuschrecken, Schmetterlinge, Wildbienen und Spinnen beobachten. Selbst im hochfrequentierten Westfield-Hamburg Überseequartier fanden sich Hinweise auf tierische Mitbewohner: An einem Büroturm brütete in acht Metern Höhe wahrscheinlich eine Rauhautfledermaus.

Kritik: Zu dicht bebaut, zu wenig Grün

Biodiversität in der HafenCity? Das passt für viele dennoch erstmal nicht zusammen. Zu dicht bebaut, zu wenig Grün – diese Kritik teilen viele. Allerdings war dieses frühere Hafen- und Industrieareal zuvor fast vollständig versiegelt und von Logistik dominiert. Die HafenCity brachte hier erstmals nach Jahrzehnten überhaupt Grünqualitäten zurück.

Als Erweiterung der Hamburger Innenstadt wurde die HafenCity grundsätzlich mit einer hohen urbanen Dichte entwickelt. An verschiedenen Stellen prägen Hauptverkehrsstraßen wie die Shanghaiallee und die Versmannstraße das Bild. Insgesamt entstehen jedoch auch 29 Hektar Parks, Promenaden und Plätze, davon rund 11 Hektar öffentliche Grünflächen. Bis 2025 wurden rund 1.900 von insgesamt 3.000 geplanten Bäumen gepflanzt. Stein- und stahlbewährte Kaianlagen wurden in Teilen renaturiert. Die HafenCity erfüllt damit trotz ihrer Dichte Voraussetzungen für ein Habitat für Tiere und Pflanzen, zumal rund 30 Hektar Wasserflächen als Naturkomponente hinzukommen. Bereits 2009 stieß die HafenCity Hamburg GmbH unter dem Motto „Besser leben in Grün und Blau“ die Diskussion um die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von Waterfront-Projekten an.

Zugleich wurde die grüne Freiraumqualität der HafenCity stetig weiter entwickelt. Heute finden sich Grünanlagen und Stadtgärten, wo man sie mitunter am wenigsten vermutet. Zum Beispiel im Oberhafen: Auf der Nordseite der restaurierten Hallen, auf einem schmalen Streifen zur Kaikante, wurden nach intensiver Planung und mit aktiver Mithilfe der Nutzer Rasenflächen, Hochbeete mit Blumen und Gemüsepflanzen, Wildblumenwiesen, Obstbäume und Wasserpumpen angelegt.

Rückzugsorte für Pflanzen und Fische

Für schützenswerte Pflanzen wurden aufwändige Maßnahmen getroffen, wie z.B. an der Versmannstraße, wo die Gewöhnliche Ochsenzunge (Anchusa officinalis) während der Baumaßnahmen umgesiedelt, vermehrt und anschließend wieder eingepflanzt wurde. Im Baakenpark wurde eine Vielfalt an Wildblumen und -kräutern in eigenen Zonen angelegt, die nur wenige Male im Jahr gemäht werden. Im Lohsepark wurde sogar eine „eingezäunte Wildnis“ geschaffen: In einem geschützten Abschnitt können sich die Pflanzen frei entwickeln und bilden so eine bunte Vielfalt für Insekten. Hier bleiben z.B. auch Brennnesseln unbeschnitten, denn sie sind bei Schmetterlingen beliebt.

In den Hafenbecken finden sich, nicht zuletzt dank neuer Rückzugsorte, so viele Fische, dass sich die HafenCity zu einem beliebten Anglerrevier entwickelt hat. Mit der Aufschüttung des Baakenparks etwa wurden kleine künstliche Riffe geschaffen, die in einem besonders flach ansteigenden Teil des östlichen Ufers durch einen Schilfgürtel ergänzt wurden. Zusätzlich sind unter Wasser sogenannte „Gabionenkörbe“, die mit Natursteinen gefüllt sind, für kleinere Fische und andere Wassertiere attraktiv.

Wie werden sich Städte ökologisch entwickeln? 

Auf dem künftigen Stadtteil Grasbrook gegenüber der HafenCity wird die „Grüne Stadt am Wasser“ noch einmal intensiver verfolgt. Im Billebogen werden Parkanlagen geschaffen, die sich Alster, Bille und Elbe vernetzen. Denn heutige Stadt- und Landschaftsplaner haben mehr noch als früher den Anspruch, die Stadt ganzheitlich und als ein miteinander verzahntes Ökosystem zu betrachten. Für städtische Grünanlagen werden Kreislaufströme stärker berücksichtigt. Wasser wird zum Beispiel gereinigt und vor Ort genutzt, statt es abzuleiten. Durch ein intelligentes Regenwassermanagement kann weitestgehend auf Bewässerung mit Trinkwasser verzichtet werden. Selbst die Nahrungsmittelproduktion wird Teil des Stadtbildes – seien es Obstbäume im Park, Gemüsebeete im Urban Gardening oder Bienen auf dem Dach. 

Grüne HafenCity

Mehr Biodiversität im Stadtteil

Dialogverfahren um die Förderung biodiverser Grünstrukturen in den öffentlichen Freiflächen in der HafenCity weiter voranzutreiben. 

Stadtentwicklung

Nachhaltigkeit

Die HafenCity leistet in unterschiedlichsten Bereichen verscheidene Beiträge zur Nachhaltigkeit.

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