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Landstrom frei am Cruise Center HafenCity

12.08.2026
Im Frühjahr 2026 war die Premiere – seitdem konnten am Cruise Center HafenCity bis Mitte Juli bereits 17 Schiffe während ihrer Liegezeit mit Landstrom versorgt werden.
 
Nach umfangreichen technischen Tests und Probeversorgungen erfolgte der erste regulär mit Landstrom versorgte Schiffsanlauf am Chicagokai am 2. Mai mit der Queen Anne der Cunard Line. Viele weitere werden folgen. „Für das Jahr 2026 erwarten wir am Kreuzfahrtterminal HafenCity insgesamt 89 Kreuzfahrtanläufe. Nach aktuellem Planungs- und Kenntnisstand gelten 54 dieser Anläufe als landstromfähig“, berichtet Ines Scheel, Geschäftsführerin der Cruise Gate Hamburg GmbH, die das Terminal betreibt.

Gerade, wo internationale Schifffahrt, Wohnquartiere und urbanes Leben so dicht beieinander liegen wie in Hamburg und der HafenCity, verbessert jeder Landstromanschluss nicht nur die Umweltbilanz des Hafenbetriebs, sondern wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität in der Stadt aus. Denn während eines Hafenaufenthalts benötigt ein großes Kreuzfahrtschiff so viel elektrische Leistung wie eine Kleinstadt. Wird es mit Landstrom versorgt, können die mächtigen Hilfsdieselmotoren, die sonst Tag und Nacht laufen, abgeschaltet werden. Dadurch entfallen lokal nahezu vollständig Emissionen von Stickoxiden, Schwefeloxiden und Feinstaub. Die Geräuschbelastung reduziert sich erheblich.

Mit der Inbetriebnahme der Landstromanlage in der HafenCity wird daher auch ein Anspruch gestärkt, der seit Beginn der Stadtteilentwicklung im Fokus steht: neue, innovative und tragfähige Lösungen zu entwickeln und zu fördern. Das betont auch Dr. Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH: „Die Inbetriebnahme der Landstromanlage stärkt den nachhaltigen Vorbildcharakter des Cruise Centers und der ganzen HafenCity. Sie zeigt, wie Innovation das urbane Miteinander voranbringt – denn hier profitieren Reedereien, Reisende und Anwohnende gleichermaßen von einer zukunftsgewandten technischen Lösung.“

Die direkten CO2-Emissionen sinken auf nahezu null

Der Hauptliegeplatz des Cruise Center HafenCity wird über ein autonomes Anschlussfahrzeug versorgt, das entlang einer 180 Meter langen Kabelkette verkehrt. Daran finden sich fünf dicke rote Kabel mit großen blauen Steckern, die ihren Weg in den Maschinenraum des Schiffes finden. Entlang der Ostseite des Kais stehen zudem weitere Anschlusspunkte zur Verfügung, um zwei kleinere Schiffe zu versorgen. Die Landstromversorgung der Kreuzfahrtschiffe erfolgt – wie auch an den beiden anderen permanenten Hamburger Kreuzfahrtterminals in Altona und Steinwerder – mit zu 100 Prozent erneuerbar erzeugtem Strom. Die direkten CO₂-Emissionen sinken auf nahezu null.

„Die Landstrom-Nutzungsquote an den Hamburger Kreuzfahrtterminals ist bereits heute hoch. In den kommenden Jahren erwarten wir einen weiteren deutlichen Anstieg“, erklärt die zentrale Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA). Immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden landstromfähig gebaut oder im Bestand entsprechend nachgerüstet. Dadurch wächst der Anteil der Schiffe, die während ihrer Liegezeit mit Landstrom versorgt werden können, kontinuierlich. Ab 2027 erwartet die HPA, dass alle technisch geeigneten Schiffe standardmäßig Landstrom nutzen. Damit kommt Hamburg einer EU-weiten Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom für Schiffe in den betreffenden Häfen ab dem Jahr 2030 zuvor. Landstrom ist laut HPA eine zentrale Säule, um das Ziel klimaneutraler Hafen bis 2040 zu erreichen.

Europaweit gehört Hamburg zu den Vorreitern beim Ausbau der Landstromversorgung. Bereits 2016 ging mit dem Cruise Center Altona die erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe in Betrieb. Mit der Inbetriebnahme der ersten Landstromanlage für Containerschiffe im Oktober 2024 wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Bis 2030 sollen sämtliche wesentlichen Containerliegeplätze mit Landstrom ausgestattet werden. Die in Hamburg gewonnenen Erfahrungen fließen in internationale Normungs- und Standardisierungsprozesse ein und dienen anderen Häfen weltweit als Orientierung.

Neben der technischen Voraussetzung sind laut HPA Vereinbarungen zur Landstromnutzung mit den großen internationalen Reedereien der Schlüssel, damit aus Infrastruktur tatsächlich Klimaschutz wird. Denn eine Landstromanlage reduziert nur dann Emissionen, wenn sie auch genutzt wird. Durch bereits geschlossene Vereinbarungen haben sich Reedereien wie Hapag-Lloyd, Maersk, MSC, CMA CGM, ONE, Evergreen oder HMM verpflichtet, ihre entsprechend ausgerüsteten Schiffe bei geeigneten Anläufen an das Landstromnetz anzuschließen. Das schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten und beschleunigt die Marktdurchdringung der Technologie. Ein weiterer wichtiger Effekt laut HPA: Die Vereinbarungen senden ein klares Signal an Schiffseigner weltweit, dass Landstrom künftig zum Standard moderner Häfen gehören wird.